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Steak-Garstufen und Kerntemperatur: Tabelle von Blue Rare bis Well Done

Kurzantwort

Die wichtigsten Steak-Garstufen sind Blue Rare mit etwa 44–47 °C, Rare mit 48–51 °C, Medium Rare mit 52–55 °C, Medium mit 56–59 °C, Medium Well mit 60–63 °C und Well Done ab etwa 64 °C. Für ein saftiges Rindersteak wählen viele Menschen Medium Rare oder Medium. Nimm das Fleisch abhängig von Dicke und Garmethode ungefähr 1–5 °C vor der gewünschten Zieltemperatur aus der Hitze, da es anschließend noch nachgaren kann.

Garstufen
6 Stufen
Medium Rare
52–55 °C
Medium
56–59 °C
Bestes Hilfsmittel
Fleischthermometer
Aufgeschnittenes Steak mit rosa Garstufe, Beilage und Sauce auf einem Teller
Foto: Dmitriy Ganin / Pexels

1. Tabelle: Steak-Garstufen und Kerntemperaturen

Die folgende Tabelle zeigt die üblichen kulinarischen Temperaturbereiche für Rindersteaks. Die Werte beschreiben den gewünschten Gargrad und sind von offiziellen Empfehlungen zur maximalen Lebensmittelsicherheit zu unterscheiden.

Garstufe Kerntemperatur Typisch aus der Hitze nehmen Anschnitt Konsistenz
Blue Rare 44–47 °C ca. 43–45 °C Sehr dunkelrot, innen kaum erwärmt Sehr weich und roh wirkend
Rare 48–51 °C ca. 46–49 °C Roter Kern Sehr weich und saftig
Medium Rare 52–55 °C ca. 50–53 °C Warmer rotrosa Kern Saftig mit leichtem Biss
Medium 56–59 °C ca. 54–57 °C Durchgehend rosa Fester, aber noch saftig
Medium Well 60–63 °C ca. 58–61 °C Nur noch leicht rosa Deutlich fester und trockener
Well Done ab etwa 64 °C ab etwa 62 °C Kein sichtbar rosa Kern Fest, mit zunehmender Temperatur trockener
Temperaturbereiche sind keine exakten Grenzen

Die Übergänge zwischen den Steak-Garstufen sind fließend. Ein Steak mit 55 °C kann je nach Cut, Reifung, Fleischfarbe und Messstelle noch deutlich rotrosa oder bereits überwiegend rosa erscheinen. Verlasse dich deshalb stärker auf die gemessene Kerntemperatur als ausschließlich auf die Farbe.

Nachgaren nicht pauschal mit 3 °C berechnen

Dünne Steaks garen häufig nur etwa 1–2 °C nach. Sehr dicke Tomahawk-, T-Bone- oder Filetstücke können dagegen um 3–5 °C oder mehr steigen. Nach Reverse Sear oder Sous-vide ist das Nachgaren meist geringer als nach sehr hoher direkter Hitze.

2. Steak-Garstufen im Detail

Blue Rare
Bleu
44–47 °C
Nur die Oberfläche ist kräftig angebraten. Der Kern bleibt sehr dunkelrot, kühl bis lauwarm und nahezu roh.
Rare
Englisch
48–51 °C
Der Kern ist rot, weich und nur mäßig warm. Das Fleisch verliert wenig Flüssigkeit, birgt aber ein höheres mikrobiologisches Restrisiko.
Medium Rare
Rotrosa
52–55 °C
Warmer rotrosa Kern, hohe Saftigkeit und ein leicht festerer Biss. Für viele Steak-Cuts ein ausgewogener Bereich.
Medium
Rosa
56–59 °C
Der Kern ist rosa und das Fleisch fester. Bei gut marmorierten Cuts wird mehr intramuskuläres Fett weich.
Medium Well
Fast durch
60–63 °C
Nur im Zentrum bleibt eine leichte Rosafärbung. Das Fleisch wird merklich fester und verliert mehr Saft.
Well Done
Durchgegart
ab 64 °C
Kein deutlich rosa Kern mehr. Mit steigender Temperatur wird das Steak fester und trockener.
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3. Wie sehen Rare, Medium und Well Done aus?

Die Farbe eines aufgeschnittenen Steaks verändert sich mit steigender Kerntemperatur. Trotzdem lässt sich der Gargrad nicht immer zuverlässig allein am Anschnitt erkennen. Fleischart, pH-Wert, Reifung, Sauerstoffkontakt und Zubereitung können die Farbe beeinflussen.

Garstufe Farbe im Kern Fleischsaft Druckgefühl
Blue Rare Dunkelrot bis purpurrot Sehr reichlich Sehr weich
Rare Kräftig rot Reichlich Weich
Medium Rare Rotrosa Deutlich vorhanden Leicht federnd
Medium Rosa Mäßig Federnd und fester
Medium Well Leicht rosa bis graubraun Wenig Deutlich fest
Well Done Graubraun Sehr wenig Fest
Ist ein rosa Steak noch blutig?

Die rote oder rosafarbene Flüssigkeit wird umgangssprachlich oft als Blut bezeichnet. Tatsächlich besteht sie überwiegend aus Wasser und gelösten Muskelproteinen. Für die rote Fleischfarbe ist vor allem das Muskelprotein Myoglobin verantwortlich. Die Farbe allein beweist jedoch weder Sicherheit noch den genauen Gargrad.

4. Kerntemperatur richtig messen

Ein Fleischthermometer ist die zuverlässigste Möglichkeit, einen gewünschten Gargrad wiederholbar zu treffen. Besonders bei Filet, Tomahawk und anderen teuren oder sehr dicken Cuts lohnt sich die Messung.

1
An der dicksten Stelle messen

Suche den dicksten Fleischbereich. Dünne Ränder sind häufig bereits weiter gegart und ergeben keinen repräsentativen Wert für den Kern.

2
Thermometer seitlich einführen

Bei flachen Steaks lässt sich die Messspitze von der Seite meist genauer bis in die Mitte führen. Von oben ist schwerer erkennbar, wie tief die Spitze tatsächlich sitzt.

3
Knochen und große Fettadern meiden

Die Messspitze darf weder am Knochen noch in einer großen Fettader oder direkt auf dem Pfannenboden liegen. Diese Bereiche können einen abweichenden Wert anzeigen.

4
Mehrere Stellen kontrollieren

Bei ungleichmäßig dicken Steaks können sich die Temperaturen deutlich unterscheiden. Prüfe deshalb bei Bedarf zwei oder drei Bereiche.

5
Messfühler reinigen

Reinige die Spitze nach jedem Kontakt mit rohem oder nicht vollständig gegartem Fleisch, bevor sie erneut verwendet wird.

Einstichthermometer oder Grillfühler?

Ein schnelles Einstichthermometer eignet sich gut für Pfanne und dünnere Steaks. Bei Tomahawk, T-Bone, Reverse Sear oder indirektem Grillen ist ein hitzebeständiger Fühler praktisch, der während des Garens im Fleisch bleiben kann.

Unsere Vergleiche für Steakpfannen, Thermometer und weiteres Zubehör werden auf der Equipment-Übersicht schrittweise ergänzt.

5. Nachgaren: Wie stark steigt die Kerntemperatur noch?

Nach dem Herausnehmen sind die äußeren Fleischschichten heißer als der Kern. Ein Teil dieser Wärme wandert während der Ruhezeit weiter nach innen. Dadurch kann die Kerntemperatur noch ansteigen.

Wie stark das Steak nachgart, hängt vor allem von seiner Dicke, der Oberflächentemperatur und der Garmethode ab. Ein dünnes Flank Steak aus der Pfanne verhält sich anders als ein 6 Zentimeter dickes Tomahawk aus direkter Grillhitze.

Steak beziehungsweise Methode Typisches Nachgaren Hinweis
Dünnes Steak bis etwa 2 cm häufig 1–2 °C Gart schnell und kann leicht überschießen
Normales Steak mit 3–4 cm häufig 2–3 °C Guter Ausgangswert für die Planung
Sehr dicker Cut oft 3–5 °C Besonders nach starker direkter Hitze
Reverse Sear meist geringer Fleisch ist gleichmäßiger erwärmt
Sous-vide plus kurzes Finish meist sehr gering Wassertemperatur begrenzt die Kerntemperatur

Kontrolliere die Temperatur bei einem neuen Cut oder einer neuen Methode am besten kurz vor und nach der Ruhezeit. So findest du heraus, wie stark das Nachgaren bei deiner Pfanne, deinem Grill und der gewählten Steakdicke ausfällt.

Mehr zur kontrollierten Zubereitung dicker Steaks findest du im Ratgeber Reverse Sear .

6. Welche Kerntemperatur passt zu welchem Steak-Cut?

Die grundlegenden Garstufen gelten für alle Rindersteaks. Trotzdem schmecken die einzelnen Cuts bei derselben Kerntemperatur unterschiedlich. Fettanteil, Faserstruktur und Dicke bestimmen, welcher Bereich besonders gut passt.

Steak-Cut Empfohlener Bereich Warum?
Entrecôte und Ribeye 54–58 °C Etwas mehr Wärme macht die kräftige Marmorierung weicher.
Filet Mignon 52–56 °C Sehr mager und zart, trocknet bei höheren Temperaturen schneller aus.
Rumpsteak 53–58 °C Kräftige Struktur und Fettrand funktionieren von Medium Rare bis Medium.
Flank Steak 52–56 °C Der magere Cut wird bei höheren Temperaturen schnell fester.
T-Bone Steak 52–57 °C Filet- und Roastbeefseite garen unterschiedlich schnell.
Tomahawk Steak 54–58 °C Der dicke, stark marmorierte Ribeye-Cut profitiert von kontrollierter Garung.
T-Bone und Steaks am Knochen

Miss nicht direkt am Knochen. Beim T-Bone sollte der Fühler in den dickeren Roastbeefbereich geführt werden. Der kleinere Filetanteil kann schneller garen und sollte möglichst nicht dauerhaft über der stärksten Hitze liegen.

7. Wie beeinflusst die Garmethode die Garstufe?

Dieselbe Zieltemperatur kann mit unterschiedlichen Methoden erreicht werden. Das Ergebnis unterscheidet sich trotzdem bei Kruste, grauem Rand und Gleichmäßigkeit.

Methode Temperaturkontrolle Besonderheit
Pfanne Gut mit Einstichthermometer Starke Kruste, bei dicken Steaks anschließend nachziehen
Direktes Grillen Gut, aber hohe Hitze Rasche Bräunung und stärkeres Nachgaren möglich
Indirektes Grillen Sehr gut mit Dauerfühler Für dicke Cuts und Steaks am Knochen
Reverse Sear Sehr gut Gleichmäßiger Gargrad und geringerer grauer Rand
Sous-vide Sehr präzise Kruste entsteht erst beim anschließenden kurzen Anbraten
Backofen plus Pfanne Sehr gut Praktisch für Filet und dickere Steaks

Eine ausführliche Grundanleitung findest du unter Steak richtig braten .

8. Garstufen und Lebensmittelsicherheit

Die oben genannten Temperaturbereiche beschreiben kulinarische Garstufen. Niedrige Kerntemperaturen wie Blue Rare, Rare oder Medium Rare bieten keine vollständige Garantie, dass alle möglichen Krankheitserreger abgetötet wurden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt als allgemeine Empfehlung für gründliches Durcherhitzen mindestens 70 °C für zwei Minuten an allen Stellen des Lebensmittels. Das US-amerikanische USDA empfiehlt für ganze Rindersteaks mindestens 62,8 °C und anschließend eine Ruhezeit von mindestens drei Minuten.

Besonders empfindliche Personen

Schwangere, kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächter Immunabwehr sollten auf rohe oder nicht vollständig durchgegarte Fleischprodukte verzichten und sich an einer konservativen Sicherheitsempfehlung orientieren.

Hackfleisch und mechanisch bearbeitetes Steak

Bei Hackfleisch können mögliche Keime von der Oberfläche im gesamten Produkt verteilt sein. Ähnliches gilt für Fleisch, das mit Nadeln oder Klingen mechanisch zart gemacht wurde. Solche Produkte sollten vollständig und nach den Angaben auf der Verpackung durchgegart werden.

Farbe ersetzt keine Temperaturmessung

Ein Steak kann trotz hoher Temperatur noch rosa wirken oder bereits früh graubraun erscheinen. Beurteile die Lebensmittelsicherheit daher nicht ausschließlich anhand der Fleischfarbe.

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Häufig gestellte Fragen zu Steak-Garstufen

Welche Steak-Garstufe ist die beste?

Das hängt vom Cut und vom persönlichen Geschmack ab. Für magere Cuts wie Filet oder Flank Steak eignet sich häufig Medium Rare. Stark marmoriertes Ribeye kann auch bei Medium sehr saftig bleiben.

Welche Kerntemperatur hat ein Medium-Steak?

Ein Medium-Steak liegt ungefähr bei 56 bis 59 °C. Der Kern ist rosa, das Fleisch fester als bei Medium Rare, aber normalerweise noch saftig.

Was bedeutet Medium Well?

Medium Well bezeichnet ein fast durchgegartes Steak mit etwa 60 bis 63 °C Kerntemperatur. Nur im Zentrum ist häufig noch eine leichte Rosafärbung vorhanden.

Ist ein Medium-Steak noch blutig?

Nein. Die rötliche Flüssigkeit besteht überwiegend aus Wasser und gelösten Muskelproteinen. Für die rote Farbe ist hauptsächlich Myoglobin verantwortlich. Umgangssprachlich wird die Flüssigkeit dennoch häufig als Blut bezeichnet.

Wann muss ich das Steak aus der Pfanne nehmen?

Nimm es je nach Dicke und Methode etwa 1 bis 5 °C vor der gewünschten Zieltemperatur aus der Hitze. Bei einem normalen 3 bis 4 Zentimeter dicken Steak sind ungefähr 2 bis 3 °C ein brauchbarer Ausgangswert.

Kann man die Garstufe ohne Thermometer erkennen?

Mit viel Erfahrung kann man Garzeit, Druckgefühl und Fleischdicke einschätzen. Ein Thermometer ist jedoch deutlich zuverlässiger und verhindert insbesondere bei teuren oder dicken Steaks unnötiges Rätselraten.

Warum ist mein Steak trotz richtiger Kerntemperatur zäh?

Mögliche Ursachen sind ein von Natur aus fester Cut, eine ungünstige Faserrichtung beim Aufschneiden, mangelnde Reifung oder ein sehr dünnes Steak. Flank Steak muss beispielsweise unbedingt dünn gegen die Faser geschnitten werden.

Welche Garstufe ist in der Schwangerschaft geeignet?

In der Schwangerschaft sollte auf rohes oder nicht vollständig durchgegartes Fleisch verzichtet werden. Eine konservative Orientierung ist, im gesamten Fleischkern mindestens 70 °C für zwei Minuten zu erreichen.

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