Chimichurri-Rezept: Die perfekte Kräutersauce zu Steak
Chimichurri ist eine ungekochte Kräutersauce, die besonders gut zu gegrilltem oder gebratenem Steak passt. Für ein klassisches grünes Chimichurri werden glatte Petersilie, Knoblauch, Oregano, Chili, Rotweinessig und Öl fein gehackt und miteinander vermischt. Die Sauce sollte anschließend mindestens 30 Minuten ziehen. Sie schmeckt frisch, kräuterig, leicht säuerlich und je nach Chilimenge mild bis pikant.
1. Was ist Chimichurri?
Chimichurri ist eine würzige, ungekochte Kräutersauce, die besonders eng mit der Grillküche Argentiniens und Uruguays verbunden ist. Sie wird traditionell zu gegrilltem Rindfleisch gereicht, passt aber ebenso zu Lamm, Geflügel, Fisch, Gemüse und geröstetem Brot.
Die Grundlage bilden fein gehackte Petersilie, Knoblauch, Oregano, Essig und Öl. Hinzu kommen Salz, Pfeffer und etwas Chili. Anders als bei einem glatten Pesto bleiben die Zutaten im Chimichurri deutlich sichtbar. Die Sauce soll locker, kräuterig und leicht flüssig sein.
Das Zusammenspiel aus frischen Kräutern, Säure und leichter Schärfe ergänzt vor allem fettreiche und kräftige Steak-Cuts. Der Essig bringt Frische, während Petersilie und Oregano einen herben, aromatischen Gegenpol zur gebräunten Fleischkruste bilden.
Chimichurri enthält normalerweise weder Parmesan noch Nüsse. Außerdem wird es nicht zu einer homogenen Paste püriert. Die Kräuter werden fein gehackt und bleiben als einzelne Bestandteile erkennbar.
2. Zutaten für die klassisch grüne Variante
Die folgende Menge reicht für ungefähr vier Personen beziehungsweise für etwa 800 Gramm bis 1 Kilogramm Steak. Bei vielen weiteren Beilagen bleibt meist etwas Sauce übrig.
| Zutat | Menge | Funktion |
|---|---|---|
| Glatte Petersilie | 30 g | Frische und kräuterige Grundlage |
| Knoblauch | 2–3 Zehen | Würze und Schärfe |
| Getrockneter Oregano | 1 TL | Herbes, warmes Aroma |
| Chiliflocken | ¼–½ TL | Leichte bis mittlere Schärfe |
| Rotweinessig | 3 EL | Säure und Frische |
| Olivenöl | 100 ml | Bindet Aromen und gibt Fülle |
| Salz | ½ TL | Hebt Kräuter und Säure hervor |
| Schwarzer Pfeffer | nach Geschmack | Zusätzliche Würze |
Glatte Petersilie besitzt meist ein kräftigeres Aroma und lässt sich leichter fein hacken. Krause Petersilie funktioniert ebenfalls, ergibt aber eine gröbere und etwas trockenere Textur.
3. Chimichurri selber machen: Schritt für Schritt
Die Petersilie gründlich waschen und anschließend sehr gut trocknen. Verbleibendes Wasser verdünnt die Sauce und verkürzt ihre Haltbarkeit. Dicke Stiele entfernen, dünne und zarte Stiele können mitverwendet werden.
Die Petersilie mit einem scharfen Messer fein hacken. Nicht so lange bearbeiten, bis eine Paste entsteht. Die einzelnen Kräuterstücke sollen im fertigen Chimichurri weiterhin sichtbar bleiben.
Knoblauch sehr fein hacken oder mit etwas Salz zu einer groben Paste zerreiben. Dadurch verteilt er sich gleichmäßiger in der Sauce.
Knoblauch, Oregano, Chiliflocken, Salz, Pfeffer und Rotweinessig in eine Schüssel geben. Etwa fünf bis zehn Minuten stehen lassen. Der Essig löst Salz und Gewürzaromen und mildert die unmittelbare Schärfe des rohen Knoblauchs etwas ab.
Die gehackte Petersilie in die Schüssel geben und alles gründlich miteinander vermengen.
Das Öl langsam dazugießen und mit einem Löffel unterrühren. Chimichurri soll nicht zu einer Emulsion aufgeschlagen werden. Kräuter, Essig und Öl dürfen sich sichtbar voneinander unterscheiden.
Die Sauce probieren und nach Bedarf mit Salz, Essig oder Chili anpassen. Anschließend abgedeckt mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Noch runder schmeckt Chimichurri nach etwa zwei Stunden.
Serviere einen Teil der Sauce zunächst separat. So bleibt die Steakkruste länger kross und jeder kann die gewünschte Menge selbst dosieren.
4. Welche Konsistenz sollte die Sauce haben?
Gutes Chimichurri ist flüssiger als Pesto, aber deutlich stückiger als eine Salatsauce. Die gehackten Kräuter sollten im Öl verteilt sein und sich gut mit einem Löffel über das Fleisch geben lassen.
Ist die Sauce zu dick, kannst du etwas zusätzliches Öl und wenige Tropfen Essig einrühren. Ist sie zu dünn, helfen mehr gehackte Petersilie oder etwas Oregano. Zu viel Öl macht die Sauce dagegen schwer und überdeckt die frische Säure.
| Problem | Mögliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Zu sauer | Zu viel Essig | Mehr Öl und Petersilie ergänzen |
| Zu ölig | Zu wenig Kräuter oder Essig | Petersilie und etwas Essig hinzufügen |
| Zu scharf | Zu viel Chili oder Knoblauch | Mehr Petersilie und Öl einrühren |
| Zu bitter | Kräuter zu stark püriert oder sehr bitteres Öl | Frische Kräuter verwenden und von Hand hacken |
| Zu fade | Zu wenig Salz oder Säure | Salz und Essig schrittweise ergänzen |
5. Welches Steak passt am besten zu Chimichurri?
Sie passt grundsätzlich zu fast allen Rindfleisch-Cuts. Besonders gut harmoniert die frische, säuerliche Sauce mit kräftig schmeckendem oder stärker marmoriertem Fleisch.
| Steak-Cut | Warum Chimichurri dazu passt |
|---|---|
| Entrecôte und Ribeye | Die Säure gleicht die kräftige Marmorierung aus. |
| Flank Steak | Die Kräutersauce passt zum intensiven Fleischgeschmack und zu dünnen Steakscheiben. |
| Rumpsteak | Frische Kräuter ergänzen den typischen Fettrand und kräftigen Biss. |
| T-Bone Steak | Die Sauce funktioniert sowohl zum Roastbeef- als auch zum Filetanteil. |
| Tomahawk Steak | Die frische Säure bildet einen guten Gegenpol zum großen, fettreichen Ribeye-Cut. |
| Filet Mignon | Chimichurri gibt dem milden Filet zusätzliche Würze und Frische. |
Das Steak selbst sollte bereits gut gebräunt und auf die passende Kerntemperatur gegart sein. Diese Steak-Sauce ersetzt keine Kruste, sondern ergänzt sie.
6. Chimichurri-Varianten
Chimichurri mit Koriander
Ersetze ungefähr ein Drittel der Petersilie durch frischen Koriander. Die Sauce wird dadurch frischer, leicht zitrusartig und passt besonders gut zu Flank Steak, Tacos und gegrilltem Hähnchen.
Chimichurri rojo
Rotes Chimichurri enthält zusätzlich Paprikapulver, rote Chili oder fein gehackte geröstete Paprika. Es schmeckt kräftiger, wärmer und häufig etwas schärfer als die grüne Variante.
Mit Schalotte oder roter Zwiebel
Fein gehackte Schalotte gibt zusätzliche Süße und Struktur. Verwende nur eine kleine Menge, damit die Zwiebel den Geschmack von Petersilie und Oregano nicht überlagert.
Mit Zitronensaft
Ein kleiner Spritzer Zitronensaft kann die Sauce frischer wirken lassen. Er sollte den Essig jedoch nicht vollständig ersetzen, wenn du den typischen kräftigen Chimichurri-Charakter erhalten möchtest.
Koriander, Zitronensaft, Zwiebel, Kreuzkümmel und Paprikapulver sind mögliche Varianten, aber keine notwendigen Bestandteile des einfachen grünen Grundrezepts.
7. Häufige Fehler bei Chimichurri
Zu fein pürieren: Im Mixer kann aus den Kräutern schnell eine glatte, teilweise bittere Paste werden. Für die beste Textur Petersilie und Knoblauch von Hand hacken oder die Küchenmaschine nur sehr kurz pulsieren lassen.
Zu viel Knoblauch: Roher Knoblauch wird während der Ziehzeit intensiver. Beginne deshalb lieber mit zwei Zehen und ergänze später.
Keine Ziehzeit: Direkt nach dem Vermischen wirken Essig, Chili und Knoblauch oft noch scharf und voneinander getrennt. Nach mindestens 30 Minuten verbinden sich die Aromen deutlich besser.
Zu wenig Säure: Eine reine Kräuter-Öl-Mischung wirkt neben einem fettreichen Steak schnell schwer. Der Essig ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil und nicht nur eine optionale Zugabe.
Zu früh auf das Fleisch geben: Liegt das Chimichurri lange auf der Steakkruste, wird diese weich. Die Sauce daher erst unmittelbar vor dem Essen darübergeben oder separat reichen.
8. Chimichurri aufbewahren und vorbereiten
Chimichurri lässt sich gut einige Stunden vor dem Essen vorbereiten. Dadurch haben Knoblauch, Kräuter, Essig und Gewürze ausreichend Zeit, sich miteinander zu verbinden.
Bewahre die Sauce in einem sauberen, gut verschlossenen Gefäß im Kühlschrank auf. Wegen der frischen Kräuter und des rohen Knoblauchs sollte sie zeitnah verbraucht werden. Geschmacklich ist sie meist am ersten und zweiten Tag am besten.
Im Kühlschrank kann das Öl fester und trüb werden. Nimm die Sauce etwa 15 bis 20 Minuten vor dem Servieren heraus und rühre sie gründlich um. Lasse sie jedoch nicht unnötig lange bei Raumtemperatur stehen.
Dass sich Kräuter, Essig und Öl nach einiger Zeit trennen, ist normal. Chimichurri ist keine stabile Emulsion. Vor dem Servieren einfach erneut durchrühren.
Häufig gestellte Fragen zu Chimichurri
Chimichurri ist eine ungekochte Kräutersauce aus Petersilie, Knoblauch, Oregano, Essig, Öl und Gewürzen. Sie wird vor allem zu gegrilltem Fleisch und Steak serviert.
Chimichurri schmeckt frisch, kräuterig, knoblauchbetont und leicht säuerlich. Durch Chili kann die Sauce mild oder deutlich pikant ausfallen.
Als Chimichurri-Gewürz werden trockene Mischungen aus beispielsweise Petersilie, Oregano, Knoblauch, Chili, Pfeffer und Salz verkauft. Sie werden mit Öl und Essig angerührt, ersetzen geschmacklich aber nicht vollständig frische Kräuter.
Mindestens 30 Minuten sind empfehlenswert. Nach ungefähr zwei Stunden schmeckt die Sauce meist runder, weil sich Knoblauch, Essig, Kräuter und Öl besser verbunden haben.
Ja, allerdings sollte ein Teil der Sauce vor dem Kontakt mit rohem Fleisch separat aufbewahrt werden. Bereits als Marinade verwendetes Chimichurri darf nicht ungekocht als Tischsauce weiterverwendet werden.
Die Schärfe lässt sich über die Chilimenge steuern. Ein klassisches Chimichurri ist häufig nur leicht pikant und nicht mit einer sehr scharfen Chilisauce vergleichbar.
Ein mildes Olivenöl oder neutrales Pflanzenöl eignet sich gut. Sehr bitteres oder dominant fruchtiges Olivenöl kann die Kräuter und den Essig überlagern.
Grundsätzlich ja, beispielsweise portionsweise in einer Eiswürfelform. Nach dem Auftauen verlieren die Kräuter jedoch etwas von ihrer frischen Farbe und Textur. Frisch zubereitet schmeckt die Sauce meist besser.
Das passende Steak gelingt mit unserer Anleitung Steak richtig braten . Bei dickeren Cuts hilft zusätzlich die Kerntemperatur-Tabelle .